D.O. Rueda

Wein aus Spanien

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D.O. Rueda - Herkunft

Große Weinbauländer wie etwa Spanien, setzen sich aus verschiedenen Weinanbaugebieten – Denominacion de Origen (D.O.) – zusammen. Die Weinregion Rueda liegt im Nordwesten der Region Kastilien-Leon, etwa 170 Kilometer von Madrid entfernt. Boden, Klima und Rebsorte bilden in der D.O. Rueda eine außergewöhnliche Einheit. Das Weinanbaugebiet liegen auf einer Hochebene. Das Klima dort ist für den Qualitätsweinbau besonders günstig: Heiße Sommer mit kühlen Nächten. Dem ausgeprägten Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht verdanken die Weißweine ihre Frische und kühle Fruchtaromatik. Die Böden der D.O. Rueda eigenen sich bestens für den Anbau der weißen Sorten Verdejo.

Das Weinbaugebiet umfasst 74 weinbautreibende Ortschaften. Die Anbaufläche der D.O. ist insgesamt 14.098 Hektar groß. 96 Prozent der Anbaufläche sind mit weißen Rebsorten bestockt, davon entfallen 87,3 Prozent auf Verdejo. In der D.O. Rueda wirtschaften 1.491 Weinbauern, von denen 69 weinabfüllende Betriebe sind.

Die Bodegas der Weinregion Rueda erzeugen fast ausschließlich Weißwein. Frucht, Frische und delikate Würze definieren das generische Geschmacksprofil moderner Verdejo-Weine. Die D.O. Rueda hat sich am Markt mit erschwinglichen Alltagsweinen etabliert. Aber es gibt auch Lagenweine und Spitzenweine mit Potenzial.

D.O. Rueda - Weinmarkt

Entwicklung - Preise - Weinkategorien

Entwicklung

In den 1930er Jahren waren oxidative, dem Sherry ähnliche, Weißweine aus Kastilien sehr populär und die Palomino Fino Rebe die wichtigste Sorte im Bezirk Medina del Campo. Aber der Konsumentengeschmack hat sich verändert. Heute sind fruchtige Weißweine beliebt. Der Sorte Palomino Fino, mit ihrem neutralem Charakter, fehlt aber dieses Merkmal. Das Weinanbaugebiet hat darauf reagiert und Neuanpflanzungen verboten.

Preis & Verfügbarkeit

Der Preisdruck am Markt und die niedrigen Erzeugerkosten durch Mechanisierung sind zwei Gründe, warum die Preise für die Weißweine der D.O. relativ niedrig sind. Der „Canto Real Verdejo“ des Erzeugers Diez Siglos ist ab 3,69 € zu haben. Einer der teuersten Weine der D.O. ist der "V 1863 Verdejo sobre lías", erzeugt von Javier Sanz aus über 150 Jahre alten Verdejo Reben. Die Flasche kostet 36,- €.

D.O. Rueda

Weißwein, der aus mindestens 50 % Verdejo besteht

D.O. Rueda Verdejo

Muss mindestens 85 % Verdejo enthalten, wird aber oft 
reinsortig gekeltert..

D.O. Rueda Sauvignon

Muss aus mindestens 85 % Sauvignon Blanc bestehen.

D.O. Rueda Espumoso

Schaumwein, hergestellt nach der Methode einer zweiten Flaschengärung.

D.O. Rueda Dorado

Aufgespriteter trockner Weißwein aus der Sorte Palomino Fino, der stilistisch dem Sherry .

D.O. Rueda - Sensorik

Wein steht für Vielfalt. Farbe, Geruch und Geschmack variieren und sind das Ergebnis vielfältiger Ereignisse im Weinberg und im Keller. Dank unserer Sinneswahrnehmung haben wir Zugang zu diesem Kosmos von Empfindungen.

Sehen

Das Farbspektrum der Weißweine aus der Weinregion Rueda reicht vom blassen grüngelb über goldgelb bis hin zu bernsteinfarben. Im Stahl oder Beton ausgebauter Weißwein ist in seiner Jugend fast farblos oder zeigt ein blasses Grüngelb. In kleinen Holzfässern (Barrique) gereifte Weißweine haben bei der Füllung bereits einen weißgoldenen Farbton. Oxidative Weißweine, wie etwa der Dorado, sind goldgelb bis bernsteinfarben.

Riechen

Das Bouquet eines guten Weißweins aus Rueda vereint kühle Frucht mit Kräuternoten und einer mineralisch würzigen Komponente. Das fruchtige Aroma stammen einerseits von der Rebsorte, wird aber andererseits vom kühlen Klima der Hochebene verstärkt. Die Würze ist Ausdruck der geologischen Beschaffenheit des Bodens und kommt um so mehr zum Ausdruck, je weniger Trauben am Stock hängen. Die Weine werden in verschiedenen Stilistiken gekeltert: Neben den primäraromatischen Weißweinen, die im Stahl- oder Betonbehälter vergorenen wurden, erzeugt die D.O. Weißwein mit Holzstilistik (Barrica), mit Kohlensäure und Hefenote (Espumoso) oder mit oxidativem Tertiäraroma (Dorado).

Schmecken

Typisch für einen Weißwein aus der D.O. Rueda ist ein trockenes bis saftiges Geschmacksbild. Die harmonische Säure verleiht dem Wein Frische. Die delikate Bitterkeit im Mund, verbunden mit Länge im Abgang, ist Ausdruck des einzigartigen Terroirs.

D.O. Rueda & Tapas

Sie sind ein ganz besonderer kulinarischer Kosmos. Für alle, die zum Wein den passenden Imbiss suchen, bieten Tapas außergewöhnliche Delikatessen. Kräftige, abwechslungsreiche Aromen und frische Zutaten entzünden ein kulinarisches Feuerwerk, wecken Emotionen.

Spezialität

Tapas sind eine typische Ausdrucksform der spanischen Lebensart. Sie spiegeln Spaniens regionale Produktvielfalt wieder. Tapas leben von der Frische und werden mitunter aus seltenen lokalen Zutaten zubereitet, die nur in einem kleinen, eng begrenztem Gebiet hergestellt werden können. Weil Tapas eng mit ihrer Herkunft verknüpft sind, sind sie Teil der spanischen Identität. Respekt vor der Qualität der Zutaten und Leidenschaft für die Zubereitung sind das Erfolgsrezept einer guten Tapasbar.

Küche

Als fester Bestandteil der mediterranen Küche haben Tapas und ihre Zutaten längst ihren Siegeszug in die Welt angetreten. Das Spektrum ist groß und reicht von Fleisch und Wurst, über kalt gepresstes Olivenöl, Essig und Käse bis hin zu Gemüse, Hülsenfrüchten und Fischkonserven.

Wein

Tapas bilden eine schöne Verbindung mit den trockenen, fruchtigen, delikat würzigen Weißweinen aus der D.O. Rueda.

  • mariniertes Sardinentatar, Zwiebel, Tomate, Basilikum, schwarzen Oliven und Käse, dazu ein Cognac-Glas mit Tomatenwasser
  • Tramezzinibrot gefüllt mit Sesam, Blutwurst, Creme von karamellisierten Rotzwiebeln und Käsecreme. Alles in Roll-Form präsentiert und frittiert in Olivenöl
  • Blätterteig, Champignoncreme, ein pochiertes Ei, Sonnenblumenöl Venusmuscheln und Schinken in Chillisud

D.O. Rueda - Boden

Der Boden, bezogen auf die individuellen Bedürfnisse der Rebsorte, trägt wesentlich zur Qualität und Klasse des Weines bei.

Substanz

Substanz ist ein wesentliches Merkmal großer Lagenweine. Es hängt von der Qualität des Terroirs ab, ob eine Flasche Wein Struktur besitzt und in der Lage ist, die flüchtigen Traubenaromen zu verankern und zu konservieren. Schon der römische Naturforscher Plinius  erkannte: „Dass es auf die Heimat und den Boden und nicht auf die Traube ankommt und das es überflüssig ist die Arten nach ihrer Zahl zu verfolgen, da die selbe Rebe an anderen Orten auch eine andere Kraft zeigt.“

Boden

Die Rebe nutzt den Boden zur Verankerung, aber auch als Nährstoff- und Wasserreservoir . ­
Wichtig ist dabei, dass sich die Wurzel möglichst tief in den Boden eingräbt. Auch die Fähigkeit des Bodens, Wärme zu speichern, kann für die Beerenreife ein entscheidender Vorteil sein. Dies gilt vor allem in sehr kühlen Jahrgängen. Der Boden ist ein Produkt aus mineralischen und organischen Substanzen. Viele Pflanzennährstoffe, zum Beispiel Kalium und Magnesium stammen von den mineralischen Bestandteilen des Bodens.  Stickstoff und Phosphor wiederum werden von den organische Substanzen gebildet, also von abgestorbenen Pflanzenteilen, oder Ausscheidungen und Reste von Bodenlebewesen.

Topographie

Die Weinberge der D.O. Rueda erstrecken sich entlang des Duero und seiner Nebenflüsse. Das Terroir eignet sich besonders gut für den Anbau der autochtonen Rebsorte Verdejo, aber auch für Sauvignon Blanc. Der Boden ist eine Aufschichtung aus Schwemmland böden und Kiesterrassen. In höheren Lagen gibt es auch Kalkablagerungen. Braune Böden, mit guter Durchwurzelbarkeit, wechseln ab mit luftdurchlässigen Steinböden.

Beschaffenheit

Die Bodenbeschaffenheit ist teils sandig , teils lehmig . Im geologischen Relief  liegt brauner Mutterboden über ortsfremdem Gestein. Schotter- und Geröllböden im Zentrum der Hochebene kennzeichnet die besten Lagen der D. O. Rueda. Gute Lagen gibt es aber auch an den Ufern der Fluss- und Bachtälern mit bis zu 20 Prozent Hangneigung. Der Boden-pH-Wert  in der D.O. liegt zwischen 7 und 8, ist also neutral bis basisch.

D.O. Rueda - Klima

Auch Klima und Jahrgang entscheiden über die Weinqualität. Ideal ist eine möglichst späte, perfekte Beerenreife.

Witterung

Die Weinregion Rueda liegt im mediterranen Raum. Aufgrund der Höhenlage (700 bis 800 Meter) macht sich aber auch ein deutlicher kontinentaler Klimaeinfluss bemerkbar. Die Winter in der D.O. sind lang und kalt; das Frühjahr ist kurz und bringt immer wieder Nachtfröste mit sich; die Sommer wiederum sind heiß und trocken, abgesehen vom plötzlichen Unwettern. Dies zwingt die Rebstöcke dazu, ihren Wasserbedarf über die Wurzeln in den tiefen Erdschichten zu suchen. Die Trauben reifen langsam und spät. Der Rebschnitt erfolgt erst im März oder April. Insgesamt fallen nur 300 bis 500 mm Niederschlag im Jahr.

Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht von bis zu 25 Grad Celsius sind der Grund für das Gleichgewicht zwischen dem Zuckergehalt und der Säure der Beerenfrüchte. Die Sonnenscheindauer von 2.600 Stunden pro Jahr, wäre zu viel, würden die Trauben nicht im kühleren Klima der Hochebene wachsen. Das besondere Klima begünstigt die langsame Reife der Trauben.

Weinlese

In der D.O. wird, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mit dem Vollernter gelesen. Die Maschine erntet kostengünstiger und schneller als der Mensch, vorausgesetzt die Weinlagen sind nicht zu steil und alle Trauben gesund. Durch das mechanische Abrütteln platzt ein Teil der reifen Beeren auf und Saft tritt aus. Um die Oxidation zu vermeiden, wird der Großteil der Trauben nachts gelesen.

Jahrgang

2017 war die Lese eine der frühesten in der Geschichte der D.O. Rueda. Bereits am 16. August wurde mit der Sauvignon Blanc Sorte begonnen. Mit insgesamt 83.420.637 Kilogramm fiel die Ernte um 23 Prozent geringer aus, als im Vorjahr. Die Gründe für diesen Rückgang waren zum einen der Frost Ende Mai 2017 und zum anderen die extrem trockenen Sommermonate.

D.O. Rueda - Rebsorten

Die Faszination der Frucht.

Verdejo

Die Verdejo-Rebe ist der Stolz der Weinregion Rueda, denn die weiße Sorte gedeiht hier besonders gut. Die autochthone Rebe wird seit mehr als 1000 Jahren in der Region kultiviert. Sie hat kleine Beeren mit großen Kernen. Bei guter Reife weist die Haut einen leicht goldfarbenen Schimmer auf. Wesentliche Charakteristika sind die Kräuternote, die kühle Frucht und die harmonische Säurestruktur. Die Substanz, ein wichtiger Faktor für gehaltvolle Weißweine, zeichnet sich durch Kraft und Würze aus. Das kühle Mikroklima der Hochebene und die Böden aus Schwemmland und Kies bieten optimale Wachstumsbedingungen für die Rebsorte. Verdejo wird oft reinsortig gekeltert, aber manchmal auch mit Sauvignon Blanc verschnitten.

Sauvignon Blanc

Diese international verbreitete Rebsorte stammt ursprünglich aus dem Südwesten Frankreichs, wo sie seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nachweisbar ist. Sauvignon Blanc wird im Bordeaux und an der Loire angebaut, ist aber auch in zahlreichen Weinanbauländern auf der ganzen Welt verbreitet. Die Rebsorte stellt hohe Ansprüche an den Standort. Sie gedeiht am Besten auf kargen, trockenen Böden. Gute Weinqualität liefert die Sorte nur dann, wenn die Trauben reif geerntet werden können und, durch moderate Erträge, ausreichend Extrakt haben. Sauvingnon Blanc ist in Rueda seit den 1970er Jahren beheimatet. Die Aromen erinnern an Pfirsich und exotische Früchte, bei nicht zu später Ernte an Stachelbeere und Heu. Im europäischen Vergleich zeigt die Sorte kein einheitliches Geschmacksbild, denn Charakter und Qualität hängen sehr vom Boden und Jahrgang ab.

Palomino Fino

Die Sorte hat in Rueda Tradition. Aus den weißen Trauben wird ein Weintyp gekeltert, der an Sherry erinnert. Der Alkoholgehalt beträgt 15 Volumenprozent. Traditionell reift der Wein 18 Monate lang in 16 Liter Glasbehälter, die „damajuanas“ heißen. Während dieser Zeit bekommt der Wein die typischen Tertiäraromen und die goldgelbe Farbe. Den Feinschliff bekommt der Wein durch den mehrjährigen Aufenthalt in Holzfässern.

D.O. Rueda - Stilistik

Sie ist die technische Antwort auf die Frage: Welches Verfahren ist am Besten geeignet, um aus dem gegebenen Traubenmaterial das Bestmögliche herauszuholen?

Die Oenologie

Die Kellermeister und Önologen der D.O. Rueda bedienen sich unterschiedlicher kellertechnischer Verfahren und keltern stilistisch vielfältige Weintypen. Das Spektrum reicht vom fruchtigen Weißwein bis zum Wein mit Holzprägung und vom Schaumwein bis hin zum Wein im Stil eines Sherry.

Stahl- oder Betontanks

ine Neuerung in der D.O. ist die Vergärung in eiförmigen Gärbehältern aus Beton. Dieses Betonei gibt es in unterschiedlichen Größen. Die kugelartige Form führt dazu, dass sich der Wein ständig bewegt. Dieser Effekt ermöglicht eine höhere Ausbeute der wertvollen Inhaltstoffe der Beeren. Zusätzlich verhindern die dicken Betonwände eine zu schnelle Erwärmung des Mostes während der Gärung. Wertvolle Traubenaromen bleiben so erhalten. Die Kellermeister versprechen sich von diesem Verfahren Weine mit noch mehr Tiefe, Extrakt und Textur.

Neues Holz

Durch die Vergärung der Weißweine im Neuen Holz bildet der Wein typische Gewürz-, Holz- und Röstnoten. Der Kellermeister muss aber darauf achten, dass Struktur und Frucht der Sorte erhalten bleiben und nicht vom Holz überlagert werden.

Flaschengärung

Manche Produzenten erzeugen aus der Verdejo-Rebe Schaumwein. Dabei kommt das aus der Champagne stammende Verfahren einer zweiten Flaschengärung zum Einsatz. Sensorisches Merkmal dieser aufwendigen Methode ist, neben der Kohlensäurebildung, die typische Hefenote, die an frisch gebackenes Brot erinnert.

Glasbehälter

Der Wein reift 18 Monate in 16 Liter Glasbehälter, die „damajuanas“ heißen. Durch das Verfahren entstehen oxidative Tertiäraromen und die goldgelbe Farbe. Zur Verfeinerung reift der Wein anschließend zwei Jahre und länger in kleinen Holzfässern.

D.O. Rueda - Weinklassen

Je nachdem, ob die Charakteristik einer Flasche Wein von der Rebsorte, der Herkunft oder dem Potenzial eines großen Jahrgangs geprägt ist, handelt es sich um einen Sorten-, Lagen- oder Spitzenwein mit Potenzial.

Alltagsweine

Berühmt ist die D.O. Rueda vor allem für die Produktion erschwinglicher Alltagsweine, deren Geschmacksbild den attraktiven Sortencharakter der Verdejo-Beere widerspiegelt. Die fruchtigen Traubenaromen (Primäraromen) sind das Kapital dieser Weine. Sie haben ihren Ursprung in der Beerenfrucht am Weinstock. Jung getrunken, schmecken sie frisch und zeigen eine delikate, leicht würzige Frucht.

Lagenweine

Eine ganz andere Seite, nämlich die Fähigkeit zur Flaschenreife, bewies eine Vertikalverkostung der Jahrgänge 2010 bis 2016 in der Finca Montepedroso: Der Jahrgang 2010 präsentierte sich mit leicht oxidativer Nase, aber erstaunlich frisch am Gaumen. 2012 zeigte reife Frucht mit ausgeprägter Säure und Abgang. 2014 bestach durch kühle Fruchtnoten, Mineralik, präsente Säure und würzig langem Abgang. 2016 besaß eine aromatische Nase, war fett und extraktreich im Mund mit viel Würze. Substanz ist ein besonderer Qualitätsaspekt, weil er dem Wein Lebensdauer schenkt. Von der Substanz hängt das Entwicklungspotenzial und somit die Klasse einer Flasche Wein ab.

Spitzenweine

Große Jahrgänge werden gefeiert. Am meisten profitieren Trauben aus bester Lage und alten Reben. Hier kommt es zu einem erstaunlichen Effekt. Lagenweine machen dann einen großen Sprung in die höhere Klasse. Sie wachsen weit über sich hinaus. Es entstehen Spitzenweine, deren Wert vom Entwicklungspotenzial abhängt. Das Geschmacksbild ist deutlich kräftiger und reicher. Weine dieser Klasse benötigen mindestens zehn Jahre Flaschenreife, um sich voll zu entwickeln. Dann zeigen Sie nicht nur konzentrierte, tiefe Frucht und samtige Struktur, sondern auch Komplexität und eine spannende tertiäre Aromakomponente. Die Besonderheit des Erzeuger „Javier Sanz“, ist ein Weißwein, der aus über 150 Jahre alten, wurzelechten Verdejo-Rebstöcken gekeltert wird. Der Name des Weines „V 1863. Verdejo sobre lías“ bezieht sich auf das Jahr, in dem der Weinberg angelegt wurde. Der Jahrgang 2014 besticht durch Komplexität und kühle Frucht mit balsamischem Akzent. Am Gaumen dicht, mit guter Struktur, pfeffrig, rund, saftig und geschmeidig.

D.O. Rueda - Degustationsnotizen

Die Weine habe ich im Rahmen einer viertägigen Pressereise, verkostet und bewertet. Es war mein erster Besuch in diesem spanischen Weißweinanbaugebiet. Der Aufenthalt war zwar kurz, aber das Programm dicht gepackt: Betriebsbesichtigungen wechselten sich ab mit Tastings und dem Kennenlernen der regionalen Küche und Spezialitäten. Das Spektrum der Betriebsbesichtigungen reichte von der kleinen Finca bis hin zu großen Weinkellerei.

Weinerzeuger aus der D.O. Rueda
Weinbewertungen im Rahmen Betriebsbesichtigungen
  • Bodegas Teodoro Recio * *
    Die Weine zeigen gute Dichte und Extrakt, haben Charakter. Kleines, aber feines Weingut mit Potenzial. Eigene Weinberge.
  • Caserío de Duenas - Grupo Bodegas Palacio 1894 * +
    Gefällige Weine, Stilwechsel durch neue Önologin. (Deshalb ein Plus hinter dem Stern) Die Gruppe besitzt Weingüter in verschieden Regionen Spaniens.
  • Bodegas Grupo Yllera * *
    Extraktreiche Weine mit guter Säurestruktur Große Kellerei, die sehr sorgfältig arbeitet. Erzeugt auch gute Schaumweine.
  • Finca Montepedroso * * +
    Weine mit Substanz Aufschlussreiche Vertikalverkostung der Jahrgänge 2010 bis 2016
  • La Grandilla *
    Die grafischen Elemente auf dem Flaschenetikett symbolisieren die Schweißperlen, die nötig sind, um guten Wein zu keltern.
  • Javier Sanz * *
    Runde, extraktreiche Weine.Besitzt eine 150 Jahre alte, 2,27 Hektar große Weinbergsparzelle, die 1863 angelegt wurde und mit Verdejo-Reben bestockt ist. Wie durch ein Wunder blieb die Parzelle von der Reblauskatstrophe, die Mitte des 19. Jahrhunderts Spanien heimsuchte, verschont.
  • alacio de Borno *
    P Fruchtig, ausgewogen.
Glasbehälter, die damajuanas
Weinbewertungen im Rahmen TASTINGS
  • Ontanon * +
    Harmonisch, rund, (kühle) Frucht, 250 Hektar
  • La Soterrana *
    Beim Sauvignon Blanc fehlt Substanz; der Verdejo besitzt Extrakt, aber mir fehlt hier die Präzision, 1.5 Mio. Liter Wein Jahresproduktion
  • Valdecuevas *
    Kräuterwürze, zerfällt aber im Mund, 130 Hektar
  • Jose Pariente *
    Aromatisch, zugänglich; ich vermisse Dichte und Charakter
  • Diez Siglos De Verdejo * *
    Uneinheitlicher Gesamteindruck: Der Sauvignon Blanc ist sortentypisch mit guter Säure, Mineralität, delikat bitter im Abgang, guter Extrakt; beim Verdejo 2016 ist der Extrakt ganz gut, mir fehlt aber Säure; Barrica 2014 mit langem Hefelager, für mich einer der besten Weine mit Holzstilistik in der Verkostung.Gruppe von 65 Winzer, 380 Hektar
  • Avelino Vegas * *
    Verdejo 2016 aromatisch, gute Säure, fast schon Tannin im Abgang; Sauvignon Blanc 2016 hat gute Säure, warme Frucht, etwas zerfahren im Mund; Circe Verdejo 2016, Wein aus 80 Jahren alten Reben, saftig, rund und nachhaltig (40.000 Flaschen Jahresproduktion).475 Hektar
  • Burdigala * * +
    Harmonisch, weich, saftig; gekonnter Umgang mit Holz. Das Weingut wurde 2000 von François Lurton, Michel Rolland and seiner Frau Dany gegründet.
  • Castelo de Medina * +
    Zugänglich, fruchtig, 180 Hektar
  • Oro de Castilla * *
    Verdejo 2016 (15.000 Flaschen, ø 20 Jahre alte Reben, 3,5 Kg/Stock Ertrag): Duftig, kühle Frucht, saftig, nachhaltig im Abgang.
  • Quatro Rayas * +
    Kühle Frucht, rustikal, dicht, schnörkellos, Säure, reintönig, 15 Mio. Flaschen Jahresproduktion
Legende

* kleiner Wein, ** schöner Wein, *** großartiger Wein -
Stand der Verkostung September 2017

Impressum

Herausgeber und Redaktion: Pressebüro Laurentius Kollmann, Armenhausgasse 14, D-86150 Augsburg

Mail: rueda@voice-of-wine.com

Konzept und Gestaltung: Laurentius Kollmann

Weitere Quellen: DO Rueda.com, Fiona Dunlop (Die 101 besten Rezepte aus Spaniens Taas Bar), decanter.com

Alle Weinpreise ohne Gewähr, Irrtum vorbehalten © 2019

(Link zur offiziellen D.O. Rueda Website)